Glücksspielsucht – eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden sollte

August 11th, 2012
Frank Steger
Glücksspielsucht – eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden sollte

Bei regelmäßigen Besuchen von Casinos und Spielhallen spielt ein ganz besonderes Risiko mit – die Glücksspielsucht. Alleine in Deutschland leiden weit über 100 000 Menschen unter dieser Art von psychischer Erkrankung, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte. Glücksspiele jeder Art können das pathologische Spielen auslösen, dass zu sozialem Rückzug und Ausgrenzung, zum Verspielen der eigenen Existenzgrundlage, zum Verlust des Arbeitsplatzes und des Lebenspartners führen kann. Oft ist ein lethargischer Lebenswandel, bei dem sämtliche Verpflichtungen vernachlässigt werden, bei den Betroffenen zu beobachten. Wer seine eigene Glücksspielsucht erkennt und sich diese selbst eingesteht, muss dringend fachkundigen Rat einholen und sich über geeignete Therapiemaßnahmen informieren.

Das Spiel um echtes Geld hat in den letzten Jahren in zahlreichen unterschiedlichen Spielen immer mehr an Popularität gewonnen. Casinos und sonstige Spiele-Plattformen schießen im Internet wie Pilze aus dem Boden und bieten über Poker, Roulette, Black Jack und unzähligen Casino Slots, ein unglaubliches Angebot an unterschiedlichen Spielen. In den Großstädten findet man an jeder Straßenecke eine Spielothek und es gibt kaum eine Bar oder Kneipe, in der nicht ein oder sogar mehrere Spielautomaten aufgestellt sind. Natürlich stellt der Reiz, in Spielen um echtes Geld zu gewinnen, eine besondere Verlockung dar und so ist es nicht verwunderlich, dass Tag für Tag immer mehr Menschen dazu verleitet werden ihr Glück zu versuchen. Leider verfallen auch immer mehr Menschen dabei der gemeinen Glücksspielsucht. Die Chancen auf einen tatsächlich hohen Gewinn stehen allerdings eher schlecht. Neben dem Spaß, den die Spiele sicherlich alle bieten, entscheidet das Glück über Gewinn und Verlust. Der, dem Fortuna nicht wohlgesonnen zur Seite steht, kann schnell ein kleines Vermögen verlieren. So heißt es folgerichtig auch Spielbank und Spielautomat und nicht Gewinnbank oder Gewinnautomat. Ein besonderes Risiko besteht auch darin, dass es gerade wenn man schon eine gewisse Summe verloren hat, besonders schwer fällt mit dem Spielen aufzuhören. Schließlich möchte man das verlorene Geld nach Möglichkeit zurück gewinnen. So lockt ständig die Versuchung, dass man ja in der nächsten Spielrunde den Jackpot knacken könnte. So gerät man schnell in einen Teufelskreis.

In den letzten Jahren hat sich das Spielgeschehen von traditionellen Spielcasinos und Spielhallen, mehr und mehr ins Internet verlagert. Hier kann man schließlich an sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr, privat und anonym, in der Abgeschiedenheit der eigenen 4 Wände zocken, was das Zeug hält, ohne dass dies die Nachbarn, Freunde oder Bekannte mitkriegen würden.

Auch die Betreiber von Online-Casinos haben dies erkannt und untereinander schon geeignete Maßnahmen diskutiert, um die Glücksspielsucht einzudämmen. Auf vielen Seiten von Online-Casinos finden sich Hinweise in Bezug auf verantwortungsvolles Spielen. Auch über Hinweise auf psychologische Betreuung von den Betroffenen selbst, aber auch deren Freunde und Familien, Selbsthilfegruppen, Schutz von Minderjährigen und viele andere sinnvolle Maßnahmen in Bezug auf die Glücksspielsucht wurde eingehend beratschlagt.

Viele Menschen, die gerne spielen, sind bereit dafür eine ganze Menge an Geld auszugeben. In aller Regel kennen sie aber ihr Budget und ihre Grenzen und beenden das Spiel, wenn sie eine bestimmte Summe verspielt haben. Es gibt allerdings auch Menschen, die immer weiter spielen und keinerlei Grenzen beachten, selbst wenn sie schon mehr verspielt haben, als ihnen eigentlich an finanziellen Mitteln zur Verfügung steht. Dies führt natürlich über kurz oder lang zu erheblichen Problemen in verschiedensten Lebensbereichen. Der Spieler bekommt Streit mit der Familie, am Arbeitsplatz, beginnt Lügen und Ausreden zu erfinden und verstrickt sich immer mehr im Gewirr seiner Suchtproblematik. Die betroffene Person wird ständig von dem Drang zu spielen beherrscht und braucht natürlich immer mehr Geld um diesem Drang nachgehen zu können. Folgende Symptome weisen auf eine beginnende oder bereits ausgeprägte Glücksspielsucht hin:

- es wird zu viel Zeit mit Echtgeldspielen verbracht
- beim Spielen wird mehr Geld verloren als eigentlich zur Verfügung steht
- anderweitige Probleme werden durch das Spielen verdrängt und sollen vergessen werden
- Verpflichtungen zu Hause, bei der Arbeit und in der Schule werden vernachlässigt
- der Betroffenen fühlt sich insgesamt schlecht und deprimiert
- das ständige Spielen beeinflusst das eigene Leben und das der Menschen im persönlichen Umfeld negativ

Sollten mehrere dieser Punkte zutreffen, benötigt die betroffene Person unbedingt psychologische Unterstützung und sollte eine angemessene Therapie beginnen. Auf sich selbst gestellt, gelingt der Ausweg aus der Glücksspielsucht nur in den wenigsten Fällen. In vielen Fällen sind Menschen, die von Glücksspielsucht betroffen sind, auch von anderen Substanzen, wie zum Beispiel Alkohol abhängig.

glücksspielsucht

Glücklicherweise gibt es mittlerweile unterschiedliche Angebote und Therapiemaßnahmen, mit denen die Glücksspielsucht behandelt werden kann. Aber egal, welche Maßnahme letztendlich angewandt wird: der Erfolg hängt maßgeblich auch davon an, ob der Spieler tatsächlich wirklich auch bereit und motiviert ist, der Glücksspielsucht den Kampf anzusagen. Ohne ein gewisses Maß an eigener Willensstärke hat eine Therapie nur sehr geringe Erfolgsaussichten.

Eine gute erste Anlaufstelle für Spielsüchtige sind Selbsthilfegruppen, die den Selbsthilfegruppen für Alkoholiker, wie zum Beispiel die Anonymen Alkoholiker, sehr ähnlich sind. Der Grundgedanke in diesen Gruppen ist, sich die eigene Suchtproblematik einzugestehen und für immer komplett mit dem Spielen aufzuhören, da die Suchtproblematik bei erneutem Spielen sofort wieder in vollem Umfang auftritt und man der Versuchung des Spielens erneut unterliegt.
Als weitere Möglichkeiten stehen Beratungsstellen und Suchtambulanzen zur Verfügung. Hier werden in persönlichen Gesprächen Lösungsansätze für die Problematik der Glücksspielsucht erörtert.

In besonders schweren Fällen empfiehlt sich eine stationäre Therapie, die in unterschiedliche zeitliche Schwerpunktmaßnahmen für die Therapie gegliedert ist.
Natürlich ist bei jeder Therapieform das primäre Ziel zunächst einmal das Spielen zu beenden. Im weiteren Verlauf der Behandlung wird eine Liste mit den vorhandenen Problemen erstellt, bei der auch Aspekte, wie ein Schuldenplan mit perspektivischer Schuldentilgung, die Lösung von Beziehungskonflikten und tiefer liegenden psychologischen Problemen gehören. Oft wird eine Glücksspielsucht mit schwerer innerer Unruhe, starker Impulsivität, extremen Stimmungsschwankungn und einer schweren Depression begleitet. Diese Symptome im Zusammenhang mit der Glücksspielsucht machen eine längerfristige Therapie mit stationärem Aufenthalt sinnvoll. Natürlich sollte die Familie des Spielsüchtigen zu jeder Zeit in geeigneter Form in die Therapie mit einbezogen sein. 

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